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NEUE ERKENNTNISSE ZUM »GRÜNEN STRAHL«:

Alles ausser Zufall …

 

Nach 46 Jahren werden neue Erkenntnisse vorgelegt, die bislang nicht gesehen wurden. Damit liegen einmal mehr Argumente dafür vor, dass der »Grüne Strahl« im Straßburger Liebfrauenmünster neu beurteilt werden muss – das aktuelle Buch ist ein Desiderat.

 

Eine bereits 1992 veröffentlichte Studie zum »Grünen Strahl« ist in jedem Fall für den Interessierten und Forschenden lesenswert [hier]. Sie bietet eine dezidierte und breite kunsthistorische Grundlage. Auf dieser Basis baut das aktuell vorgelegte Buch in der Tat auf und schließt dort an, wo der Studienautor Dr. Martin Ruch seinen Schlußpunkt setzen musste. Denn im Gegensatz zum Fokus der Studie von 1992 bleibt der Blick des aktuellen Buchs unbeirrt auf die Kanzel als originäres Zielobjekt des Grünen Strahls gerichtet und zielt damit inhaltlich auf dessen eigentliche Botschaft. Der Grüne Strahl ist mit all seinen allegorischen Bedeutungsebenen (Analogie) nicht von der Person, für die die Kanzel errichtet wurde, getrennt zu betrachten: Johann Geiler von Kaysersberg.

 

Kritik am damaligen Klerus, am Kirchenadel und den geistlichen Würdenträgern entsteht alleine schon durch die Personalie Johann Geiler von Kaysersberg, für den eigens die Kanzel (MIT dem Grünen Strahl) – wohl gegen den Willen des Bischofs – von der Bürgerschaft Straßburgs errichtet worden ist. Dieser Umstand erschwert den Umgang mit dem Grünen Strahl bis in unsere heutige Zeit hinein. Dass der Lichtstrahl heute die Folge einer Rekonstruktion aus dem 19. Jahrhundert darstellt, verleitet dazu, die Umstände und die Begründung warum die Kanzel einst überhaupt aufgestellt werden sollte zu umschiffen.

 

Empfehlung: Der grüne Strahl von Straßburg. Zur Physik, zur Symbolik und zum geistesgeschichtlichen Hintergrund eines Lichtphänomens, Martin Ruch: Der grüne Strahl: Lichtzauber im Straßburger Münster? (S.360–396) / Franz Hutter: Physik und Physiologie im Zusammenhang mit der Farbe Grün. Ergänzender Kommentar aus der Sicht eines Physikers. (S. 396–399) aus: Die Ortenau, 72. Jahresband, Verlag des Historischen Vereins für Mittelbaden, Offenburg / Baden, 1992, ISSN 0342 - 1503, © Universitätsbibliothek Freiburg: http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ortenau1992/0002

 

Das neue Buch zeigt hingegen, dass der grüne Lichtstrahl  zusammen mit der Münsterkanzel eine Einheit bildet, eine besondere Rauminstallation darstellt, die Einblicke in die Geisteswelt der Gotik und darüber hinaus bietet. Dem Argument des »Zufalls« setzt das Buch Argumente der »Absicht« entgegen – Beispielsweise …

 

Neue Erkenntnis > ABSICHT:

Nachweislich befanden sich im Südtriforium bis 1666 Fensterfiguren, die zusammengenommen mit dem Nordtriforium die vollständige  Ahnengalerie Jesus abbildeten. Die heutigen Figuren stellen eine Rekonstruktion dar …

 

 

 

Neue Erkenntnis > ABSICHT:

Richtig: Im 15 Jh. wurde die  Münsterkanzel in der Kathedrale aufgestellt umgeben mit dem intakten Fensterschmuck: Die Glasmalereien der vollständigen Ahnenreihe Jesus waren bereits seit dem 13. Jh. im Triforium zu finden …

 

 

 

Neue Erkenntnis > ABSICHT:

Entdeckt: In den einzigen originalen Entwurfszeichnungen von 1484 des Dombaumeisters Hans Hammer findet sich die Konstruktion eines Lichtstrahls als Teil des Kanzelaufriss. Wurde dies bislang übersehen?

 

Entdeckt: Die Kanzel wurde nur für Johann Geiler von Kaysersberg aufgestellt. Das Programm der Kanzelfiguren entspricht seinen Predigten. In den Predigten findet sich der Grüne Strahl erwähnt …

 

 

 

Neue Erkenntnis > ABSICHT:

Die Fensterfigur Juda (wie von Maurice Rosart dargelegt) wurde konzeptionell inszeniert. Der Blick nach oben, der Finger deutet nach unten auf den »Grünen Strahl«, der aus dem grünen Fuß tritt. Tatsächlich sind aber noch weitere Figuren im Südtriforium gezielt orchestriert worden, damit sie auf Juda und dessen Schuh verweisen …

 

 

 

 

Neue Erkenntnis > ABSICHT:

Aufschlußreich ist das vom Grünen Strahl beleuchtete Figurenprogramm der Münsterkanzel: Deutlich wird ein theologisches Programm der »Alten Kirche«, die noch in der antiken-gnostischen Tradition stand und im Mittelalter verbreitet war.

Der Doktor der Theologie Johann Geiler von Kaysersberg wirkte an den Figuren seiner Kanzel mit und autorisierte (theologisch) das Programm. Der Grüne Strahl macht das Programm sichtbar …

 

 

 

 

 

 

Nach Maurice Rosart markiert der Grüne Strahl im Liebfrauenmünster im Jahr 1875 unter der Leitung von Gustave Klotz (Dombaumeister) den »Meridian Straßburg«

(siehe hier).

 

Neue Erkenntnis > ABSICHT:

Mehr noch: Der Grüne Strahl macht tatsächlich die Achse einer geistig-wissenschaftlichen Welt sichtbar, die astrologische /astronomische bedeutend war. So lässt sich sogar jetzt auch die um 30 Grad versetzte Baulinie der Notre-Dame-Kathedrale in Straßburg erklärt.

 

 

 

Während Maurice Rosart überzeugt ist, dass der Grüne Strahl im Liebfrauenmünster darauf hinweist, dass es sich bei einer Notre-Dame-Kathedrale um einen Tempel aus »Fleisch und Blut« handelt (um eine leibliche Frau), beweisen die neuen Erkenntnisse, den Bezug zur Himmelskönigin, der Jungfrau am Himmel.

 

Neue Erkenntnis > ABSICHT:

Entdeckt: Nicht der 21. März ist der wichtige Tag des Grünen Strahls auf der Kanzel, sondern der 25. März

Argument > ZUFALL:

In den Lanzettfenstern der südlichen kleinen Fenstergalerie (Triforium) hätte sich vor der großen Restaurierung der Kathedrale zwischen 1872 und 1876 »pflanzliche Dekoration« befunden …

 

 

 

 

Argument > ZUFALL:

Die Münsterkanzel, die 1485 aufgestellt wurde, könnte nicht mit dem den Grünen Strahl verursachenden Lanzettfenster aus dem Jahr 1876 in Zusammenhang gebracht werden …

 

 

 

 

Argument > ZUFALL:

Es gibt bislang keine Schrift  oder Aufzeichnung, die den Grünen Strahl erwähnt oder beschreibt  …

 

Das vor der Französischen Revolution in Sicherheit gebrachte mittelalterliche Baumeister-Archiv des Münsters verschwand komplett plötzlich und über Nacht Anfang des 19. Jhs. – alle Nachforschungen blieben ohne Ergebnis.

 

 

 

 

Argument > ZUFALL:

Die bislang öffentlich geführte Diskussion um den Grünen Strahl fokussierte zumeist das verursachende Glas aus dem Jahr 1876. Die Juda-Figur, die mit ihrem Finger auf den grünen Schuh deutet wurde offiziell als nicht »aussagekräftig« gewertet – andere Figuren würden eine ähnliche Gesten zeigen …

 

Doch was passiert auf der beleuchteten Kanzel selbst?

 

 

 

Argument > ZUFALL … sieht kaum Fragen vor wie:

 

Was besagt das vom Grünen Strahl beleuchtete Figurenprogramm auf der  Münsterkanzel?

 

Ergibt die Installation des Grünen Strahls und der Münsterkanzel ein zusammenhängendes Bild?

 

Gibt es Figuren, die vom Grünen Strahl beleuchtet werden, aber bislang noch nicht aufgefallen sind?

 

Werden alle Figuren zur gleichen Zeit beleuchtet?

 

 

 

Argument > ZUFALL:

Der Astronom André Heck vom Observatorium Straßburg widerlegt 2005 die Theorie Maurice Rosarts, dass der Grüne Strahl zur Justage der berühmten Astronomischen Uhr in der Kathedrale gedient haben könnte …

Im Kontext betrachtet beleuchtet der »Grüne Strahl« das Weltbild der damaligen Epoche des Kathedralenbaus und damit auch die Welt der mittelalterlichen Baubruderschaften, der Steinmetze und der Bauhütten … Das beste Argument für die absichtliche und konzeptionelle Installation des Grünen Strahls liefert die (antik-gnostisch beeinflußte) Theologie des Doktor Johann Geiler von Kaysersbergs, für den die Kanzel – mit dem Lichtstrahl – extra geplant und errichtet wurde.

B e s t e l l m ö g l i c h k e i t   h i e r :

 

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